Aus Furcht vor einer Übertragung des H5N1-Virus auf den Menschen wollen nun alle Bundesländer für mindestens 20 Prozent ihrer Bevölkerung Arzneien wie Tamiflu und Relenza vorhalten.
Wie Die WELT.de berichtet, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, die Vorräte von Tamiflu und Relenza gegen die Vogelgrippe beim Menschen massiv aufzustocken. Für mindestens 20% ihrer Bevölkerung wollen die einzelnen Bundesländer nun diese Medikamente vorhalten. Bisher sind diese Medikamente das einzige Gegenmittel wenn die Vogelgrippe auf den Menschen überspringt und sich von Mensch zu Mensch weiter verbreitet.
Falls es dazu kommen sollte, was derzeit noch unwahrscheinlich ist, ist allerdings die Impfung das beste Mittel um eine Ansteckung zu vermeiden. Bis jedoch ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, können, lt. Bundesgesundheitsulla Schmidt, sechs Monate ins Land gehen.
Vorbeugend Tamiflu bzw. Relenza einzunehmen ist wenig vorteilhaft, weil diese Mittel nur wirken, wenn man mit dem Virus in Kontakt gekommen ist, d. h. die ersten typischen Anzeichen verspürt. Dann sollte man das Mittel allerdings innerhalb von 48 Stunden einnehmen, um die Replikation (Vermehrung) der Viren zu verhindern. Eine vorbeugende Einnahme z.B. von Tamiflu würde zu einer Resistenz der Viren führen.
Tamiflu ist auch kein Wundermittel. Krank kann man trotz Einnahme des Medikamentes werden. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe konnte die Krankheitsdauer in den beiden Oseltamivir-Gruppen (Tamiflu) um ca. 30% verkürzt und die Schweregrad der Symptome um etwa 38% gelindert werden. Sekundäre Grippe-Komplikationen wie Bronchitis (Entzündung der Atemwege) oder Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen) traten bei 15% der Patienten in der Placebo-Gruppe und bei 7% in den beiden Oseltamivir-Gruppen auf.
