Es geht auch ohne Pharmaaussendienst
Seit nunmehr zwanzig Jahren macht ein Pharmaunternehmen vor, wie es auch ohne Pharmaaussendienst geht.
Es geht auch ohne Pharmaaussendienst
Seit nunmehr zwanzig Jahren macht ein Pharmaunternehmen vor, wie es auch ohne Pharmaaussendienst geht.
Pharmaberater verdienen zu viel
In der Fernsehsendung “Hart aber Fair” outete sich ein Anaesthesie-Assistenzarzt mit abgeschlossener Facharztausbildung, dass er, verheiratet und zwei Kinder, brutto mit monatlich 3000,00 Euro nach Hause geht.
Eine Krankenschwester bekommt 1.600 Euro netto, inklusive Zulagen.
Und hier debattieren Pharmaberater darüber, dass sie “nur” 2.400-2.800 Euro Brutto bekommen, zuzügl. Spesen, frei privat nutzbarem Firmenfahrzeug, etc.
Da wird lamentiert, dass man nur einen Golf als Firmenwagen bekommt, wo man doch so gerne einen A4-A6 von Audi hätte, womöglich gar einen BMW der gehobenen Klasse. Nun hat ein Pharmaberater auch nicht annährend so viel Verantwortung zu tragen wie ein Assistenzarzt in der Anaesthesie oder eine Krankenschwester im Krankenhaus, vom Stress bezüglich Arbeitsdruck und Überstunden ganz zu schweigen.
Wie gut geht es da den Spezies der Pharmaberater! Machen wir uns doch nichts vor. Ich kenne den Job und ich kenne eine Vielzahl von Pharmaberatern. Noch keiner hat sich totgearbeitet und wird auch gar nicht in die Gefahr kommen dies zu tun. In der Regel ist kurz nach Mittag, so gegen 14.00 Uhr, 14.30 Uhr Schicht. Der Pharmaberater hat seine 8-10 Besuche in den Arztpraxen absolviert. Der Arzt muss nachmittags seine Hausbesuche machen, da kann er keine Pharmaberater empfangen, zur Abendsprechstunde tut er sich das auch nicht an. Der Pharmaberater hat nun Zeit für seine Administration, die er dank moderner Kommunikationstechnik in ca. 1-2 Stunden erledigt haben sollte.
Natürlich, es gibt Aussnahmen, mal eine “Fortbildungveranstaltung” abends in gediegenem Rahmen der Ärzte, die bei leckeren Speisen und Getränken zur Verordnung der Präparate der ausrichtenden Pharmafirma gebracht werden sollen, der Vortrag eines entsprechend erlesenen Referenten soll dabei unterstützend wirken.
Oder mal Standdienst am Wochenende bei einem Ärztekongress. Diese Zeit wird aber extra honoriert, bzw. in Freitagen abgegolten.
Da würde ein unterbezahlter Assistenzarzt aus dem Krankenhaus gerne mal tauschen.
Bei den ständig wachsenden Kosten im Gesundheitswesen stellt man sich die Frage, wie das weitergehen soll. Ein Pharmareferent verbringt gerade einmal 22 Minuten täglich mit Arztgesprächen, und fast die Hälfte aller Besuche endet an der Rezeption. Derzeit stecken die Pharmaunternehmen übrigens jährlich über 12 Milliarden US-Dollar ins “Klinkenputzen” In Deutschland machen Pharmaberater 25 Millionen Besuche im Jahr, dies entspricht einem “Gegenwert” von 2 Mrd. Euro. Kein Wunder dass der Job der Pharmaberater zur Disposition steht.
Nun auch die Polen? Nachdem Ratiopharm vorgemacht hat wie es geht, und Hexal gerade wegen Preisdumpings abgemahnt wurde, weil die angeblich ihre Arzneimittel für einen Cent verscherbelt haben sollen, um die Konkurrenz auszubooten, muss man sich fragen, ob nun auch die polnischen Ärzte bestochen werden sollen.
Polen will die Geschäftspraktiken internationaler Pharmakonzerne künftig strenger unter die Lupe nehmen. Anlass sind die Korruptionsvorwürfe heimischer Medien gegen den Schweizer Pharmahersteller Roche. Ihnen zufolge bildet das Unternehmen seine Vertreter eher unkonventionell aus: Angeblich lernen sie, wie sich Ärzte am besten bestechen lassen - um einen vermehrten Absatz der Pharmaprodukte zu gewährleisten.
Medien veröffentlichten nun einen “Arbeitsbogen”, den der Konzern Vertretern vorgelegt hatte. Dabei mussten diese erklären, wie sie sich verhalten würden, falls sich “der Kunde” nicht an Absprachen halte. Die von den Vertretern entworfenen Fallbeispiele waren erstaunlich: Da wurde offen über finanzielle Zuwendungen oder Einladungen zu Kongressen geschrieben. Und gedroht, dass ein schleppender Verkauf der Arzneien “nicht toleriert” werden könne.
Ich weiss, zu was die Pharmaberater von heute fähig sind, bzw. fähig sein müssen um “profitorientiert” zu handeln. Nicht alle, aber es werden leider immer mehr. Es muss ein ungeheuerer Umsatzdruck in der Pharmaindustrie herrschen, um zu derart wirtschaftskriminellen Mitteln greifen zu müssen.
Wer sind eigentlich die Paten und Bosse dieser mafiösen Struktur? Durch welche hohle Gasse werden sie kommen?
Wie ein Arzneimittelhersteller dafür sorgt, dass Ärzte und Apotheker seine Medikamente bevorzugen
Ärzte werden mit Geld geködert, Apotheker mit Geschenken überhäuft: Dem stern liegen Tausende E-Mails, Schecks und geheime Protokolle vor, die zeigen, wie der Pharmakonzern Ratiopharm seine Medikamente in den Markt drückt.
Jeden Morgen stehen in Deutschland 20.000 Pharmavertreter auf und machen sich auf den Weg in Arztpraxen und Apotheken. Schätzungsweise 400 von ihnen sind im Auftrag der Firma Ratiopharm unterwegs, des bekanntesten Herstellers günstiger Nachahmer-Medikamente in Deutschland. Der Kofferraum dieser Außendienstmitarbeiter ist prall gefüllt mit “Kontaktware”: So nennt man in der Branche Gratis-Medikamente, die der Pharmareferent dem Arzt schenkt, damit der sie seinen Patienten schenkt, mit dem Ziel, dass die Patienten künftig immer nach dem gleichen Mittel verlangen.
Ratiopharm-Vertriebschefin entmachtet
Die Vertriebschefin des Pharmaunternehmens Ratiopharm, Dagmar Siebert, wurde offenbar entmachtet. Sie gilt nach Insider-Angaben als Hauptverantwortliche für die möglicherweise strafbaren Geschäftsmethoden der Konzerns.