Schon seit Jahren wird von den Ärzten verlangt, beim Verschreiben von Medikamten zu sparen. Und doch kritisieren Gesundheitsministerium und Krankenkasse im heute veröffentlichten Arzneimittelreport erneut, es würden immer noch zu viele Rezepte über zu teure und überflüssige Arzneimittel ausgestellt.
Die Ärzte in Deutschland verschwenden nach Ansicht des Bundesgesundheitsministeriums noch immer Milliarden von Euro an Kassenbeiträgen. Die Verschreibung teurer Originalmedikamente anstelle günstiger Nachahmerpräparate mit dem gleichen Wirkstoff habe die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in 2005 mit drei Milliarden Euro belastet, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merck am Dienstag bei der Vorstellung des Arzneimittel-Reports in Berlin. immer noch zu viele Rezepte über zu teure und überflüssige Arzneimittel ausgestellt.
Solange sich jeden Morgen ca. 15.500 sogenannte “Pharmaberater” auf die Socken machen, um die bundesdeutschen Arztpraxen heimzusuchen und den Ärzten ins Ohr flüstern, was die tunlichst verordnen sollen, damit bei den Pharmaunternehmen der Umsatz brummt und die Prämien der “Pharmaberater” stimmen, werden die Ausgaben für Arzneimittel auch nicht sonderlich sinken.
Über die Methoden, wie die Pharmaindustrie über ihren Aussendienst die Ärzte in ihrem Verordnungsverhalten beeinflusst, ist an anderen Stellen dieses Blogs ausführlich berichtet worden.
Zu begrüßen wäre, wenn die Ärzte den Vorwurf, sie würden immer noch zu teure und überflüssige Arzneimittel verschreiben, nicht auf sich sitzen lassen würden und als Konsequenz die sogenannten “Pharmaberater” erst gar nicht in die Praxis liessen, jedenfalls nicht die, die keine Vorschläge zu einer preisbewussten, patientenorientierten Verordnungsweise machen können. Da bleiben dann nicht viele übrig. Genauso macht es der Konsument, der die ewige Werbung im Fernsehen zu den unmöglichsten Zeiten satt hat, er schaltet ab und kauft das, was er für richtig hält und was er sich leisten kann.
