Deutschlands Ärzte seien nach wie vor Verschwender. Das stellen die Verfasser des Arzneiverordnungsreports fest, der in Berlin vorgestellt wurde. 2005 haben danach 3,5 Milliarden Euro zu Lasten der Krankenkassen gespart werden können.
STADA stellt den Aussendienst in Frage
Wie bei FAZ.NET zu lesen ist, denkt der Generika-Hersteller STADA über den Abbau des Aussendienstes nach.
Das neue Gesundheitsgesetz macht Stada zu schaffen. Für 2007 zieht der Konzern Einbußen in zweistelliger Millionenhöhe in Betracht, sagte Stada-Vorstandsvorsitzender Hartmut Retzlaff der “Süddeutschen Zeitung” (SZ - Samstagausgabe). Erstmals denke Stada daher über den Abbau des Außendienstes nach.
Derzeit arbeiten 400 der 4.000 Mitarbeiter von Deutschlands drittgrößtem Hersteller von Nachahmermedikamenten hierzulande im Außendienst. “In drei Jahren sehe ich diese Außendienststärke nicht mehr”, sagte Retzlaff. Der Grund sei das seit Mai geltene Gesetz zur Dämpfung der Arzneimittelkosten (AVWG), das den Preiswettbewerb zwischen den Anbietern verschärft hat.
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Dass es auch gänzlich ohne Pharma-Aussendienst geht macht ALIUD bereits seit 20 Jahren vor.
Es sprengt sicherlich den Kostenrahmen, wenn Generikaunternehmen sich einen Aussendienst leisten. Über die Preisgestaltung der Produkte kann man die Ärzte auf anderen Wegen informieren und Ärztemuster bringt DHL billiger als jeder Pharmaberater.
Eckpunkte der Gesundheitsreform 2006
Aus den Eckpunkten der Gesundheitsreform 2006.
Sicherung der ärztlichen Unabhängigkeit
Zur Sicherung einer von ökonomischen Interessen der Hersteller freien Arzneimittelauswahl wird den Herstellern die Aufbereitung und Nutzung von arzt- oder patientenbezogenen Arzneiverordnungsdaten weitgehend untersagt. Außerdem werden besondere Anforderungen an durch Hersteller finanzierte Anwendungsbeobachtungen gestellt.
Schutz der Arzneiverordnungsdaten
I. Handlungsbedarf
Die Pharmazeutische Industrie beschäftigt rd. 15.000 Außendienstmitarbeiter als Pharmaberater. Deren Aufgabe ist nach dem Arzneimittelgesetz, die Ärzte “fachlich zu informieren” (§ 75 Abs. 1 AMG). Die Pharmaunternehmen bezahlen ihre Pharmaberater nach Maßgabe der Verordnungen der von ihnen beratenden Ärzten. Damit steht ganz klar nicht die Information, sondern die Absatzförderung im Vordergrund, was vom Arzneimittelgesetz nicht gedeckt ist. Diese Praktiken unterlaufen auch die legitimen Steuerungsaufgaben der gemeinsamen Selbstverwaltung.
Dieser Missbrauch der Pharmaberater zur Verordnungssteuerung der Ärzte wird möglich, weil die Industrie über Großhandels- und Apotheken-Umsatzdaten verfügt, die auf einzelne Vertragsärzte beziehbar sind.
II. Beschlussvorschlag
Der Schutz der Arzneimitteldaten wird verbessert. Die Aufbereitung von Umsatzdaten in einer Detailliertheit, dass die Verordnungen einzelner Vertragsärzte nachvollziehbar sind, durch Dritte, die nicht hierzu ausdrücklich gesetzlich befugt sind, wird datenschutzrechtlich unterbunden. Damit wird die Aufgabe des Pharmaberaters auf die eigentlichen Zwecke des Arzneimittelgesetzes zurückgeführt, nämlich die Information des Arztes. Ein schützenswertes Recht der Pharmaunternehmen, das Verordnungsverhalten arztbezogen zu steuern, besteht nicht, wenn dies mit dem sozialstaatlich legitimierten Ziel einer strikten Bindung der Verordnungen ausschließlich an das Prinzip der Wirtschaftlichkeit kollidiert. Es wird gewährleistet, dass die arztbezogene Steuerung der ärztlichen Verordnungsweise ausschließlich durch die Partner der Selbstverwaltung erfolgt.
Back to the Roots nach AMG § 75. Wenn diese Informationen dann auch noch wertfrei wären, hätte man noch mehr gewonnen, aber das kommt dann bei der nächsten Gesundheitsreform.
Altana - Rückzug aus dem USA-Geschäft
So kann es kommen. Nach Berichten von Reuters zieht sich Altana aus dem USA-Geschäft zurück.
Der vor dem Verkauf stehende Arzneimittelhersteller Altana Pharma zieht sich nach mehreren Rückschlägen weitgehend aus dem Geschäft in den USA zurück.
400 von 570 Mitarbeitern an den betroffenen Standorten verlieren ihren Arbeitsplatz.
Die beiden einstigen Hoffnungsträger, die Atemwegsmittel Alvesco und Daxas, sollten noch zu Ende entwickelt, danach aber auslizenziert werden, sagte eine Sprecherin von Altana Pharma am Dienstag in Konstanz. Die in Florham Park im US-Bundesstaat New Jersey angesiedelte Vertriebs- und Marketing-Organisation für die USA werde aufgelöst, 350 Mitarbeiter sollen dort innerhalb von neun Monaten das Unternehmen verlassen.
