PharmamarketingJuly 29, 2008 2:30 am

Eigentlich hat das Pharmaunternehmen Trommsdorf ihr Arzneimittel Emestar® zur Blutdrucksenkung entwickelt. Nun verursacht das Medikament allerdings genau das Gegenteil - hohen Blutdruck - jedenfalls bei einigen Mitarbeitern der Pharmafirma Trommsdorff. Die Patienten müssen sich nicht sorgen, das Medikament ist ok, lediglich die Marketingmethoden der Herstellerfirma, um das Medikament bei der Ärzteschaft bekannt zu machen, haben die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Das Angebot war auch zu verlockend. Für 5 Patienten, die der Arzt auf Emestar® einstellte, bekam er einen Flachbildschirm, waren es 12 Patienten, rückte die Pharmafirma eine Espressomaschine raus und für 18 Patienten, die der Arzt per Anwendungsbeobachtungen an das Pharmaunternehmen meldete, durfte er sich über einen Laptop freuen. So großzügig zeigte sich die Pharmafirma Trommsdorff, wenn Ärzte bereit waren, ihren Blutdrucksenker Emestar® ihren Patienten zu verordnen.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Aachen Trommsdorff durchsucht, “eine ganze Menge Unterlagen” beschlagnahmt, wie der leitende Oberstaatsanwalt mitteilte und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Grund: Die Ermittler gehen mehreren anonymen Hinweisen nach, denen zufolge bei den sogenannten Anwendungsbeobachtungen für das Medikament Emestar® kräftig gemauschelt wurde. Laut Staatsanwaltschaft besteht überdies der Verdacht, dass Ärzte die Behandlung der Patienten mit dem Medikament bei den Krankenkassen abgerechnet haben.

Solche Marketingmethoden sind nicht neu, ebensowenig das Verhalten der Ärzte. Der Pharmaindustrie geht es in erster Linie um Profit, nicht um das Wohl der Patienten, auf einige Ärzte scheint das auch zuzutreffen.

Quellenangabe:
Sternblog
an-online.de

PharmamarketingFebruary 6, 2008 9:22 pm

Mehr als 5,5 Milliarden Gratispackungen Ärztemuster dürfen die Pharmafirmen pro Jahr in den Praxen abgeben zwei Kleinpackungen pro Präparat, Arzt und Jahr. Die Motive der Industrie liegen auf der Hand: Die Ärzte sollen sich an die Medikamente gewöhnen und später in möglichst großer Zahl verordnen. Welche Folgen hat das für die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen? Und gibt es sinnvolle Alternativregelungen, die es dem Arzt ermöglichen, neue Medikamente kennenzulernen, ohne dass eine “Musterflut” die Praxen überschwemmt? Diesen Fragen ist das “Wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen” (WINEG) nachgegangen. Das Fazit der Experten: Die Musterabgabe sollte zeitlich begrenzt werden auf die ersten zwölf Monate nach der Zulassung des Medikamentes. Anschließend sollte auf wirkstofffreie Muster umgestellt werden. So lässt sich auch bei speziellen Präparaten zum Beispiel zur Inhalation oder zur Injektion der Umgang erlernen.

Arzneimittelmuster werden meist von Pharmavertretern in die Praxen geliefert und unterliegen damit nicht den üblichen Qualitätsvorgaben wie zum Beispiel einer Lagerungskotrolle oder einem kontrollierten Rückrufsystem. Viele Wirkstoffe sind auch temperaturempfindlich und überstehen eine Lagerung oder einen Transport in untemperierter Umgebung nicht unbeschadet.

Mehr lesen bei tk-online…

Ich mache mir schon länger Gedanken um die Arzneimittelsicherheit der Ärztemuster. In den meisten Fällen lagern die bei den Pharmaberatern in der Garage, im Keller oder auf dem Dachboden. Alles keine Örtlichkeiten, die einer sachgerechten Lagerung von Arzneimitteln dienen.

Es ist kaum vorstellbar, dass Räumlichkeiten wie Garage, Keller und Dachboden auch nur annähernd für die sachgerechte Lagerung von Arzneimitteln geeignet sind. Garagen können weder trocken sein, noch die erforderliche Temperatur und Luftfeuchte für die Arzneimittellagerung aufweisen, zumal wenn in der Garage auch noch der Firmenwagen untergebracht ist. Aber auch ohne ist eine Garage nicht der rechte Platz für die Lagerung von Arzneimitteln. Welche Garage ist schon beheizt, trocken und entsprechend klimatisiert? Das gilt auch für Kellerräume und Dachböden. In diesen Räumlichkeiten ist eine sachgerechte Arzneimittellagerung völlig ausgeschlossen. Welches Pharmaunternehmen klimatisiert schon den Keller oder Dachboden, seiner Pharmareferenten, nur um dort Muster lagern zu können?

Arzneimittel sind getrennt von übrigen Waren, bei Temperaturen zwischen 15°C und 25°C, entsprechend den jeweils geforderten Bedingungen zu lagern. Die Luftfeuchtigkeit sollte 60% nicht übersteigen. Werden Arzneimittel außerhalb dieser Temperatur- und Feuchtebereiche aufbewahrt, wird die Stabilität nicht gewährleistet, d.h. durch thermische und hydrolytische Zersetzung können Abbauprodukte entstehen, die im schlechtesten Fall sogar toxisch sind. Auch die galenische Zubereitung kann unter falscher Lagerung leiden. Ganz zu schweigen davon, wenn die Arzneimittelmuster bei wechselnden Temperaturen tagelang im Firmenwagen durch die Gegend gefahren werden.

PharmamarketingFebruary 25, 2007 3:22 am

Der amerikanische Pharmakonzern Lilly hat sich mit den Anwälten von rund 18.000 Klägern auf die außergerichtliche Zahlung von 500 Millionen US-Dollar geeinigt. Gegenstand der Klagen waren die diabetogenen Nebenwirkungen des Medikaments Zyprexa® mit dem Wirkstoff Olanzapin, einem atypischen Antipsychotikum. Es ist die zweite Einigung in dieser Angelegenheit. Im Jahr 2005 hatte Lilly bereits 700 Millionen US-Dollar an 8.000 Patienten gezahlt. Die Firma betont, dass die Zahlungen freiwillig erfolgen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikaments und einem Diabetes sei nicht zweifelsfrei bewiesen[…]

Quelle: ärzteblatt.de

BooCompany bietet ab sofort 5.506 Seiten belastende Original-Unterlagen zum Download an und gewährt so nie dagewesene Einblicke in die Abgründe des Pharmamarketings.

Mehr über die Abgründe Hintergründe des Geschehens hier

PharmamarketingJanuary 29, 2007 7:13 pm

Nach Angaben einer französischen Fachzeitschrift wollen der europäische Pharmakonzern Sanofi Aventis und der US-Medikamentenhersteller Bristol-Myers Squibb fusionieren. Der daraus entstehende Konzern wäre die Nummer 1 auf dem Weltmarkt.

Weiterlesen unter stern.de

PharmamarketingNovember 8, 2006 8:24 pm

Novartis will den Absatz der Bluthochdruck-Medikamente Diovan und Codiovan dadurch fördern, dass Ärzte an 35.000 Patienten AWBs durchführen. Der Arzt erhält für jeden Patienten, dem er die Medikamente verschreibt und danach ein AWB-Formular ausfüllt, 50 Euro.

In einem firmeninternen Protokoll lautet die Überschrift über dem entsprechenden Kapitel “Marktführerschaft: Mehr Patienten durch AWBs”. Das zeigt, dass die AWBs bei Novartis dazu gedacht sind, die Umsätze hoch zu treiben. Novartis-Chef Peter Maag schrieb seinen Mitarbeitern zudem in einer Email, wie wichtig die unter der Nummer “06/600″ aufgelisteten Marketingmaßnahmen seien, “um angesichts einer negativen Marktentwicklung den aktuellen Trend noch in diesem Jahr umzukehren”.

Weiterlesen bei Stern-Pharmablog


kostenloser Counter