Pharmaberater - PharmaluschenOctober 8, 2006 9:21 pm

So kann es kommen. Nach Berichten von Reuters zieht sich Altana aus dem USA-Geschäft zurück.

Der vor dem Verkauf stehende Arzneimittelhersteller Altana Pharma zieht sich nach mehreren Rückschlägen weitgehend aus dem Geschäft in den USA zurück.

400 von 570 Mitarbeitern an den betroffenen Standorten verlieren ihren Arbeitsplatz.

Die beiden einstigen Hoffnungsträger, die Atemwegsmittel Alvesco und Daxas, sollten noch zu Ende entwickelt, danach aber auslizenziert werden, sagte eine Sprecherin von Altana Pharma am Dienstag in Konstanz. Die in Florham Park im US-Bundesstaat New Jersey angesiedelte Vertriebs- und Marketing-Organisation für die USA werde aufgelöst, 350 Mitarbeiter sollen dort innerhalb von neun Monaten das Unternehmen verlassen.

Den ganzen Bericht lesen….

Pharmaberater - PharmaluschenAugust 6, 2006 2:59 pm

Im Forum für gestrauchelte Pharmaberater berichtet “Käthe”, dass sie Pharmaberaterin werden möchte.
Käthe ist 22, hat eine Ausbildung zur PKA und PTA gemacht und will Pharmaberaterin werden. Sie denkt (?) Verkaufen ist “ihr Ding”. Und das beweisst sie auch gleich. Sie hat neben der PTA-Schule in einem Restaurant mit Forum (!) gekellnert. In diesem Restaurant verkehren wohl überwiegend Geschäftsleute, entweder zum Mittagessen oder zu abendlichen Geschäftsessen. Darüber hinaus finden in diesem Restaurant - und dies ist ganz wichtig für eine Prädestination zur Pharmaberaterin - hin und wieder auch Schulungen pharmazeutischer Firmen statt. In einem solchen bildungsintensiven Umfeld hat unsere Käthe ein wenig gelernt frei mit Fremden zu reden.

Nun macht unserer Käthe nur noch Sorge, wie es auf dem Stellenmarkt aussieht und ob man mit dem bisschen Hirn auch eine Stelle findet. Der Job des Pharmaberaters ist vor vielen Jahren mal eine überaus seriöse Tätigkeit gewesen, den Ärzten zu vermitteln wie diese mit den angebotenen pharmazeutischen Präparaten effektiv ihre Patienten behandeln können. Davon ist mittlerweile nichts mehr übrig geblieben. Heute geht es nur noch um Profit und nicht mehr um das Wohl der Patienten.

Aber dass es schon so weit ist, dass eine spätpubertierende PKA bzw. PTA davon ausgeht, ein wenig kellnerieren in einem Restaurant würde zur Qualifizierung für den Job einer Pharmaberaterin ausreichen, das war mir neu. Nun weiss ich es, man lernt nie aus.

Wenn Sie mal in einer Arztpraxis einer sehr jungen Dame, bekleidet mit Servierschürze, Tablett in der Hand und Mustertasche unter dem Arm begegnen, das ist Käthe.

Pharmaberater - PharmaluschenAugust 3, 2006 4:37 pm

Nun endlich scheint sich auch im Forum für gestrauchelte Pharmaberater die Erkenntnis herum gesprochen haben, dass es mit dem “schönen Beruf” des Pharmaberaters vorbei ist. Pharmaunternehmen stellen ihre Aussendienstlinien ein, gerade von den Pharmakükenschulen kommende Pharmaberater finden keine Jobs und alte Hasen werden auf die Strasse gesetzt.

Wenn ich das nicht nur schon vor einem Jahr genau so prognostiziert hätte, auch im Forum für gestrauchelte Pharmaberater. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, analytisches Denken gehört zu meiner Tätigkeit und so schwer war es gar nicht, zu erkennen was sich da abzeichnet.

Aber seinerzeit wurde ich beschimpft, verunglimpft und wegen meiner defätistischen Äusserungen aus dem Forum geworfen. Sei es drum. Ich kann damit gut leben. “Habemus Insalatam” - Da haben wir den Salat, besser gesagt, da habt Ihr den Salat. Und ehrlich gesagt, ich habe keinerlei Mitleid mit denen, die nun die Konsequenzen ziehen müssen.

Pharmaberater - PharmaluschenJuly 4, 2006 12:40 pm

Jeden Morgen machen sich 15.500 sogenannte “Pharmaberater” auf die Socken um die bundesdeutschen Arztpraxen heimzusuchen und den Ärzten ins Ohr zu flüstern, was sie tunlichst verordnen sollen, damit bei den Pharmaunternehmen der Umsatz brummt und die Prämien der “Pharmaberater” stimmen. Wie das in der Praxis abgeht schildert nun ein “Pharmaberater” im Internet.

Notizen eines Pharmaberaters

Pharmaberater - PharmaluschenJune 19, 2006 8:45 pm

Da können einem fast die Tränen kommen. Im Forum für gestrauchelte Pharmaberater erzählt eine 32-jährige alleinerziehende Mutter aus den Neufünfländern (Thüringen) wie es ihr auf dem Weg zum Haifischbecken Pharma-Aussendienst bisher erging.

Im Oktober letzten Jahres absolvierte sie ihr Staatsexamen als MTA. Dann kam sie auf die glorreiche Idee Pharmaberaterin zu werden. Seit Februar bewarb sich unsere MTA bei verschiedenen Pharma-Dienstleistern, wie diese Firmen heissen, die Pharmaberater projektionsbezogen an die Pharmaindustrie verleihen. Im Juni hatte die MTA nun ein Gespräch bei einem Pharmadienstleister mit dem Namen Pattexx oder so ähnlich. Im Plauderton redete ein junger, netter Pattexx-Mann mit der Bewerberin und zog wohl erst mal über deren Vorgängerin her. Wirklich eine nette Art dieser Firma. Mit einigen Lobhudeleien und Small-Talk zwischen dem netten Pattexx-Mann und der Bewerberin aus Thüringen-Südland verlief das Gespräch wohl ganz relaxt.

Soviel war der Bewerberin schon bewusst - es ging ums Verkaufen- das sagte sie dem Pattexx-Mann auch. Der testete auch gleich die Verkaufsqualitäten der Bewerberin und stellte fest, da waren ja gar keine. Die Bewerberin schreibt von “Angriff,” aber Verkaufen im Pharmabereich beim Arzt ist ja auch Angriff - Angriff auf die Verordnungsgewohnheiten des Arztes.

Spätestens jetzt war der Bewerberin klar, dass sie noch einiges und sogar ganz viel lernen musste, hatte aber dennoch das Gefühl, dass der nette, junge, Pattexx-Mann sie “nehmen ” würde, wie das auch immer gemeint war. Schliesslich kann sie ja als MTA mit gewissen medizinischen Kenntnissen aufwarten. Die hat der Arzt aber selbst. Mädchen, hier geht es ums knallharte Verkaufen, um Umsatzzahlen und darum, wie man den Arzt so in seinen Verordnungsgewohnheiten beeinflusst, dass der die Arzneimittel des Arbeitgebers verordnet. Dementsprechend traf unsere Bewerberin die Absage des Pattexx-Mannes auch unvorbereitet und wie eine kalte Dusche. Nun mögen kalte Duschen zu dieser Jahreszeit durchaus wohltuend wirken, für unsere Bewerberin auf dem Weg zum “tollen Job” Pharmareferentin ist es ein schwerer Schlag.

Der Pattexx-Mann sagte unserer MTA knallhart, aber wohl wahrheitsgemäß, dass ihr der “verkäuferische Biss” fehlt, den müsse sie sich wohl erst selbst aneignen, in Produktschulungen würde man das “verkäuferische Beissen” wohl nicht lernen.
Der Pattexx-Mann machte unserer Bewerberin aber auch Mut und meinte, wenn sie “soweit” sei und fit ist in Verkaufpsychologie, Marketing und Verkaufstraining, also so richtig den Arzt beeinflussen kann, dann solle sie sich wieder melden.

Nun ist unsere MTA am Boden! Sie weiss, dass sie keine Ahnung vom Verkaufen hat, will aber Pharmaberaterin werden. Warum gerade Pharmaberaterin? Liegt es daran, dass man Mittags wieder zu Hause sein kann, sich um den Nachwuchs kümmern kann, aber die Kohle für ganze Tage bekommt? Den Firmenwagen gibts ausserdem. Ist im Thüringer-Wald eigentlich die Zeit stehen geblieben? Dafür wirft man nicht den achtenswerten Beruf als MTA hin. Haben die schon mitbekommen, dass wir mittlerweile die soziale Marktwirtschaft haben, mit allem was dazu gehört?

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Kurse und Schulungen auf dem Gebiet des modernen Verkaufens zu machen, ein paar Kenntnisse in Orthografie wären auch nicht schlecht, die - gottseidank - nicht mehr von den AA’s bezahlt werden, oder den “tollen Job” als Reisende in Sachen Pharmamarketing ganz einfach zu vergessen. Ich rate zu Letzterem!


kostenloser Counter